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Fotografieren mit GF

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Faustregeln für ein besseres Bild Technik erklärt Schritt-für-Schritt Kamera-Information

Schritt-für-Schritt

...zu besseren Fotos

Anhand verschiedenen Beispielbildern möchte ich hier ein paar einfache Techniken bei der Bildgestaltung darstellen:
(Gerne nehme ich Anregungen mit auf oder beantworte Fragen)

Ein alter Merkspruch in der Fototgrafie ist "Zu nah gibt es nicht". Denn was ist langweiliger als wenn das dazustellende Objekt irgendwo auf dem Bild zu sehen ist - weit weg vom Betrachter. Erst die Nähe läßt den Betrachter bei dem Moment der Bildentstehung dabei sein.
Tiefenschärfe - Der bewußte Einsatz von Tiefenschärfe läßt viel Spielraum bei der Bildgestaltung. So kann man bei einer offenen Blende (geringe Tiefenschärfe; 2...3,5...5,6) und dem Einsatz eines Teles den Hintergrund gegenüber dem Hauptmotiv zurück treten lassen. Dabei reduziert sich die Tiefenschärfe auf wenige Zentimeter um das Objekt und der Hintergrund wird unscharf.
Makro-Fotografie - Bei der Makro-Fotografie möchte man eine möglichst große Tiefenschärfe. Das erreicht man mit einer geschlossenen Blende (8, 16 oder mehr). Leider verlängert sich natürlich dabei die Aufnahmezeit. Also muß eine stabilisierende Auflage oder ein Stativ her, damit die Kamera beim Auslösen nicht wackelt. So eine Auflage kann eine Mütze sein, ein Stein oder ein Baumstamm, an den man die Kamera anlehnt.
Nachtaufnahmen - bieten viele Gelegenheiten, Orte bei ganz ungewohntem Licht aufzunehmen. Doch Vorsicht, je nach Leuchtquelle kann die Automatik einer Kamera schnell überfordert sein. Die oft sehr warme Glühbirnenbeleuchtung läßt Bilder sehr rot erscheinen. Neonlampen lassen die Bilder dagegen blau erscheinen. Es lohnt sich, die verschiedenen Möglichkeiten des sogenannten "Weißabgleich" auszuprobieren!
Der Hintergrund als Gestaltungsmittel - Meistens soll das Hauptmotiv durch einen eher gleichmäßigen Hintergrund unterstrichen werden. Ein Blatt vor vielen anderen Blättern aufgenommen verschwimmt im unruhigen Bildaufbau. Bewußt einen dunklen Stamm oder den schattigen Wald dahinter ausgewählt, hebt das Motiv drastisch hervor.
Bewußt den Gegensatz suchen im Hell und Dunkel. Den Vordergrund nutzen als Rahmen für das Bild dahinter.
Nah ran und mit dem Licht gespielt, fast schon abstrakt. Ein Versuch ist es wert!
Weitwinkel und Tele - im Zeitalter der Kompaktkameras gibt es kaum eine, die nicht mit 3-, 5- oder 10-facher Brennweitenverstellung daher kommt. Bei einer Teleaufnahme kann man hervorragen den Bildinhalt verdichten, d.h. eine große Strecke auf eine kürzere Distanz zusammenschrumpfen lassen.
Sonnenuntergang - Tatsächlich sind die Momente zwischen Tag und Nacht für die Fotografie Chancen zu außergewöhnlichen Aufnahmen. Sofern auch die Sonne mit auf das Bild kommen soll, muß man zur Vermeidung von Überbelichtungen entweder manuell die Belichtungszeit reduzieren. Oder man ändert die Belichtungsmessung auf "Mittenbetont", mißt die Belichtungszeitin der Nähe der Sonne und verwendet diesen Messwert. Man kann auch mit der Belichtungkorrektur (etwa 1-2 Stufen, EL oder LV genannt) arbeiten.
Abstrakt - Motive so aufnehmen, daß der Betrachter erst einmal überlegen muß, was er da sieht. Beispielsweise Wellen oder ein großes Stahlgehäuse.
Bilder in einheitlicher farblicher Gestaltung können in Wohnzimmern einen wohltuenden Kontrast oder eine stimmungsvolle Abrundung erzeugen.
Langzeitbelichtungen - erlauben eine Verfremdung auf sehr einfache Weise. Kamerabesitzer mit der Option, die Programmautomatik abzuschalten, wählen die Zeitautomatik. Für schöne Schleierbilder sollte die Belichtungszeit mind. 1 Sekunde betragen. Meist kann man solche Bilder nicht bei Sonnenschein machen. Ideal sind bedeckte Tag, da dann harte Licht-Schatten-Gegensätze vermieden werden.
Polfilter - Besonders im Herbst leuchten die Farben intensiv. Bei klarem Wetter kommt nun der Polfilter zum Einsatz. Der Polfilter reduziert Spiegelungen auf den Blattoberflächen, erhöht die Farbintensität und vertieft den Blauton des Himmels. Dabei ist es wichtig, den Polfilter in die richtige Lage zu drehen, da dieser Filter abhängig ist von der Blickrichtung (gegenüber der Sonne) und der Filterlage abhängig.
Tiere - Aufnahmen von Tieren gelingen besonders leicht im Zoo. Auch hier gilt: So nah wie möglich ran an das Objekt. Dann fallen die Einzäunungen und künstlichen Strukturen nicht so auf. Außerdem muß man im Zoo nicht so viel Geduld aufbringen wie z.B. an einem See, wo man Libellen oder Frösche aufnehmen könnte.
Bewegungsunschärfe - Indem man während des Auslösens dem bewegten Objekt folgt, erscheint dieses scharf vor dem verwischten Hintergrund. Dadurch erhält man einen Eindruck von der Bewegung, was sonst nur schwer auf einem statischen Bild zu vermitteln ist. Wichtig: Keine allzu kurze Belichtungszeit, also unter einer 125stel.
Nachbearbeitung - Gegenüber den Möglichkeiten des Durchschnittsfotografen von früher hat man heute viel mehr Möglichkeiten, digitale Bilder am Rechner nachzubearbeiten. Leichte Unschärfen, falsche Belichtungen und Farbretuschen können relativ leicht nachträglich gemacht werden. Programme wie Thumbs, Adobe Photoshop oder Corel Photopaint sowie freie Programme wie Gimp bieten für Anfänger bis Profis vielseitige Möglichkeiten. Das bedeutet aber nicht, daß man alles nachträglich verbessern kann: Den Blick für das Motiv muß man schon haben.
Feuerwerk - wichtig ist ein guter Standort und ein Stativ. Eine explodierende Rakete kann durchaus eine kurze Belichtungszeit von 125stel erfordern. Doch man schließt lieber die Blende und belichtet etwa 1...5 Sekunden lang. Dann hat man herrliche Lichtwasserfälle auf dem Bild. Am besten möglichst viele Bilder machen. Und vor allem die Belichtungsautomatik abstellen: Ist gerade keine Rakete oben, kommt es sonst zur Überbelichtung!
Ungewöhnliche Standorte - Bilder aus Augenhöhe wirken meist "gewohnt". Man kann den Betrachter des Bildes verblüffen, indem man den gewohnten Blickwinkel bewußt verläßt.
Ein schönes Herbstbild - einmal aufgenommen in der Standardposition (stehend, Kamera am Auge) und einmal nahe am Boden. Die Stimmung des Bildes wird dadurch wesentlich ausdrucksstärker, die Büsche wachsen zu Bäumen an. Öfter mal den Blickwinkel ändern!
Menschen - es ist natürlich, daß die meisten Fotografen andere Menschen fotografieren wollen. Einige der besten Fotografien der Welt zeigen ausdrucksstarke Menschen. Man sollte sich Zeit nehmen, wenn man einen Menschen fotografieren will. Die Scheu vor dem "Fotografiert werden" muß erst weichen - oder man hat das Glück und wird als Fotograf nicht bemerkt. Viel Erfolg!
Bei der Gestaltung von Bildern helfen Linien im Bild besonders gut, Dynamik, Tiefe und Akzentuierung zu verbessern.

So teilen waagrechte Linien ein Bild. Das menschliche Gehirn ist gewohnt, dass Dinge oberhalb der Horizontlinie weiter entfernt sind wie die unterhalb der Horizontlinie.

Diagonalen helfen zusätzlich, einem Bild (das ja nur 2-dimensional ist) eine Tiefe zu verschaffen.

Benutzt man dieses Wissen zum Beispiel in der Landschaftsfotografie, so unterstreicht eine diagonal verlaufende Linie (z.B. ein Holzsteg in einem Moorgebiet) die Tiefe der Landschaft.

Eine von links unten nach rechts oben verlaufende Linie empfindet man dabei als eher positiv. Dagegen vermittelt die fallende Linie von links oben nach rechts unten einen eher negativen Eindruck, was man gestalterisch nutzen kann.

Senkrechte Linien erzeugen meist eine Trennung des Bildes in eine linke und rechte Seite. Da wir gewohnt sind, ein Bild wie Schrift von links nach rechts zu lesen, kann eine weit links stehende, senkrechte Linie das Bild vorzeitig beenden. Eine weiter rechts liegende Linie schließt das Bild hingegen ab.

Kiten auf dem Palmberg

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Fotografieren heißt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Es heißt auch, zum rechten Zeitpunkt bereit zu sein. Der erfahrene Fotograf sieht bestimmte, fotogene Situationen kommen. Sei es, daß er vorausschauend den mutmaßlich besten Blickwinkel sieht oder das beginnende Kräuseln der Lippen, bevor ein Strahlen das Gesicht erhellt. Der Standort zur Lichtquelle ist häufig ausschlaggebend für die Strukturierung und das plastische Erscheinungsbild (pauschal kann man sagen, sollte die Lichtquelle eher im Rücken des Fotografen sein). Der frühe Morgen oder späte Abend hat meist ein schöneres Licht als die pralle Mittagssonne. Und auch die Jahreszeiten unterscheiden sich stark. Aufnahmen im Schatten oder nach Sonnenuntergang haben schnell einen sehr kühlen Farbton, weil Blautöne überwiegen (Weißabgleich). Und Fotografien im Gegenlicht sind technisch anspruchsvoller. Man muß das Objekt, den Hintergrund und ggf. die Reflexionen im Objektiv im Blick behalten. Dafür erhält man aber häufig außergewöhnlich leuchtstarke Blder.
Menschen zu fotografieren ist oft schwer. Man kann nicht immer fragen, ob man die Person aufnehmen darf - und wenn man das tut, ist meist die Natürlichkeit dahin. Ein mittleres Tele erhöht den Abstand zum Fotografierten und nach einer Weile lößt sich die Spannung und man hat die Chance zu Fotos, die natürlich und ehrlich sind. Aber Achtung: Fotos lügen nicht. Sie bilden die Wirklichkeit ab und nicht das Selbstverständnis eines Menschen. So kann es vorkommen, daß die Bilder als unpassend oder unschön angesehen werden, dies aber nur auf das subjektive Empfinden des Fotografierten zurück zu führen ist.

Wer noch Fragen hat, ist herzlich eingeladen, sie mir zu stellen. Umso konkreter die Frage, des genauer auch die Antwort.