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Gedanken zur Fotografie

Sich ausdrücken zu können über die eigene Zeit hinaus war schon immer Bedürfnis des Menschen. Das begann in der einfachsten Form bereits in der Steinzeit, als die ersten Menschen sich an Höhlendecken verewigten. Diese Stellen wurden zu Kultstätten, wo über Generationen die Geschichten anhand der Bilder weiter erzählt wurden.

Viel später kam die Schrift hinzu. Sei es die Keilschrift der Sumer oder die Hieroglyphen der Ägypter. Sie ermöglichten es, Informationen auch über längere Zeit im Gedächtnis zu halten wie es Lieder und Wandmalereien konnten.

Und schließlich die Griechen, die eine Blüte der Schreibkunst hervorbrachten mit ihren Philosophen. Schrift bedeutete von jeher Wissen und Macht. Schrift bedeutete auch, etwas beschreiben zu können mit Worten, ohne dass das Beschriebene konkret da sein musste.

Erst seit knapp zweihundert Jahren gibt es die Fotographie. „Licht-Malen“ lautet die altgriechische Übersetzung, oder auch „Licht-Schreiben“. Und damit schlägt die Fotografie die Brücke zwischen dem steinzeitlichen Maler und dem Schriftgelehrten, der mit Worten malt. Denn eine Fotografie kann beides sein: Ein Gemälde oder auch eine Botschaft. Sie kann Zeugnis ablegen von einem Augenblick oder auch einen Zustand beschreiben.

Naturfotografie ist für mich auch die Beschäftigung mit sich selbst. Denn Natur ist allgegenwärtig. Erst wenn man sich mit sich selbst und der eigenen Sichtweise beschäftigt, wird einem die Natur der Dinge bewußt.

Für viele mag ein Spaziergang am Sonntag durch einen Park oder den Wald eine angenehme Erholung vom Alltag sein. Man freut sich an der Sonne und dem Singen der Vögel. Viele gehen auch ins Gespräch vertieft einfach durch die Landschaft, ohne sie indes wirklich wahr zu nehmen.

Als Naturfotograf sehe ich dagegen das Gewölbe der Baumwipfel über dem Weg, die mit dem Teleobjektiv verdichtete Wand aus Stämmen eines Buchenwaldes, den Käfer, der seinen Kopf in die Blütenkörbe der Schafsgarbe versenkt oder das scheue Reh, dessen Kopf aus eine Wiese heraus ragt.

Aus dem Ganzen werden für den Fotografen einzelne Bestandteile. Er kann nicht die Symphonie von Gerüchen, Lauten, Geschmäckern und Licht auf sein Bild bannen. Er kann auch nicht die Dreidimensionalität perfekt wiedergeben. Deswegen schränkt er sich ein, sucht nach dem Besondern, dem Außergewöhnlichen oder Überraschenden.

Und so folgt aus dieser scheinbar aufgezwungenen Beschränkung eine viel bewußtere Betrachtung der Umwelt.

Der spätere Betrachter des Fotos hat nicht das Gesamtbild zur Verfügung, um den Eindruck des Fotografen nach zu empfinden. Darum muß das Bild es dem Betrachter erleichtern, sich darin zu Recht zu finden. Das gelingt am besten, wenn auch der Aufnehmende in dem Bild die Stimmung wieder findet, die er im Augenblick des „Abdrückens“ hat. Erst wenn das Bild und mein Gefühl „stimmig“ sind, ist das Ergebnis in den meisten Fällen ein Bild von außergewöhnlicher Qualität.

Das gelingt nicht immer und oft werden die vielfach vom Fotografen unbeeinflussbaren Randbedingungen es nicht leichter machen. Fehlendes Sonnenlicht, heftiger Wind oder sehr scheue Tiere können es bisweilen unmöglich machen, dass gewünschte Bild zu erhaschen. Auch habe ich nicht immer ein Stativ dabei, weil ich neben dem Fotografieren vor allem gerne Wandere. Da muß es dann oft das „Einbein“ richten mit der Einschränkung, gerade bei langen Brennweiten ein Bild auch mal zu verwackeln. Ein Kompromiss, den man als Hobbyfotograf eingehen kann, wenn man dazu bereit ist, auch mal ohne „Trophäe“ nach Hause zu kommen.

Naturfotografie hat für mich auch etwas zu tun mit Naturliebe. So versuche ich während meiner Arbeit zurückhaltend zu sein und bin auf eine geringe Störung der Natur bedacht. Diese Zurückhaltung habe ich bei vielen anderen Naturfotografen auch beobachtet. So mancher „Hobbyknipser“ achtet nicht auf die empfindliche Pflanzenwelt, wenn er möglichst dich an ein Fotomotiv heran will. An einem belebten Wanderweg ist um so manche Orchidee herum ist die Wiese großflächig niedergetrampelt.

Gerade Tierfotografen müssen sich da eher sogar in die Landschaft einpassen, um sich möglichst unauffällig an ihre Fotomotive heran pirschen zu können.

Die Konzentration auf das gewünschte Motiv und das Warten auf den besten Moment zum „Abdrücken“ führen bei mir dazu, dass ich Zeit und Umgebungsbedingungen weitgehend vergesse. Selbst im brütenden Hochsommer und erbarmungsloser Sonne verliert das Schwitzen seine Bedeutung, wenn es heißt, eine Smaragd-Eidechse beim Fangen eines Käfers zu fotografieren. Oder die Kälte im Winter ist vergessen, wenn ein Fuchs entlang des Waldsaums nach seiner nächsten Mahlzeit sucht.

Und wenn man dann endlich die Chance zum „Abdrücken“ bekommt, dann ist das eine Form des Glücks, das Nichtfotografen oft nicht nachvollziehen können. Doch das Foto ist der Lohn für den Weg, den man auf sich genommen hat, um am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Es ist Lohn für die Zeit des Wartens und die vielen Fehlversuche. Es ist auch ein Stück weit eine „Beute“, die man später jemandem zeigen kann. Oft ist die Geschichte des „Making of“ zu einem Bild ebenso spannend oder überraschend wie das Bild selbst.

Bild und Geschichte der Entstehung – dies ist das zentrale Thema dieser Internetseite. Es ist nicht das einzige Thema, aber es steht für viele Fotografen im Zentrum ihres Tuns. Denn in vielen Fällen ist das gut gelungene Foto das Ende eines Weges hin zu diesem Foto – und der Anfang eines neuen Weges hin zum nächsten Foto.

Gerald Friederici